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Schöner, teurer Italiener

Pagani legt eine Race-Version des legendären Zonda auf. Im "R"-Trimm gebietet der Italiener über 750 PS und bis zu 1.500 Kilogramm Downforce
Schon ein "normaler" Pagani Zonda gehört zu den seltensten Vertretern der Spezies Automobil überhaupt. Noch seltener: Die jüngste Version des Flitzers, die ausschließlich für die Rennstrecke gedacht ist
Dank neuem Splitter und Winglets vor den Radhäusern soll die Front noch mehr Abtrieb erzeugen
Dank neuem Splitter und Winglets vor den Radhäusern soll die Front noch mehr Abtrieb erzeugen
Modena (Italien), 6. Februar 2009 -
Schon ein "normaler" Pagani Zonda gehört zu den seltensten Vertretern der Spezies Automobil überhaupt. Weniger als 100 Stück, so wird gemunkelt, wurden seit Beginn der Serienproduktion im Jahr 1999 fertig gestelltr. Wer also eines der irrwitzig gestylten Playboy-Mobile in freier Wildbahn erspäht, darf sich glücklich schätzen.
Seltenes Teil
Noch glücklicher dürften sich hingegen die wenigen Menschen schätzen, die sich die jüngste Inkarnation des abgedrehten Supersportwagens leisten können, und dann auch noch einen zugeteilt bekommen. Unter dem Namen Zonda R bringt Karbon-Spezialist Horacio Pagani nämlich jetzt die ultimative Renn-Version der heißen Flunder. Im Vergleich zur Straßenvariante wurde der italienische Beau allerdings umfassender überarbeitet, als es der simple Namenszusatz vermuten lässt.
Länger als die Serie
So wuchs etwa der Radstand um mehr als fünf Zentimeter und auch die Gesamtlänge fällt mit 4.886 Millimeter deutlich großzügiger als beim Serienmodell (4.435 mm) aus. Den Raumgewinn nutzen die Pagani-Ingenieure für umfangreiche Modifikationen an der Aerodynamik. Am Heck macht sich ein extragroßer Diffussor breit, der von einem verstellbaren Flügel im Biertresenformat bei der Arbeit unterstützt wird. Auch die Nase des italienischen Schönlings wurde überarbeitet und mit einem noch größeren Splitter versehen. Wer alle Aeroteile auf maximalen Abtrieb stellt, kann sich im Rennbetrieb auf bis zu 1.500 Kilogramm Downforce verlassen.
AMG-Power vor der Hinterachse
Wie im Hause Pagani üblich, setzt auch die Track-Version auf einen AMG-Motor als Kraftquelle. Schon in der Serie entwickelt der 7,2-Liter-V12 mit 650 PS infernalische Kräfte. Für die Rennsport-Variante wurde der Hubraum um 1,2 Liter beschnitten, dafür aber die Nenndrehzahl erhöht. Im Ergebnis bedeutet dies zwar ein etwas niedrigeres Drehmoment (710 statt 760 Newtonmeter), aber erstens liegt die Leistung mit 750 PS deutlich höher und zweitens passt dieses Minus beim Drehmoment besser zum Rennstrecken-Einsatz. Die Kraftübertragung übernimmt ein sequenzielles, automatisiertes Sechsganggetriebe, das dank seines Magnesiumgehäuses auch zur sensationellen Gewichtsbilanz des Zonda R beiträgt.
Sensationelles Leistungsgewicht
Dank umfangreicher Leichtbaumaßnahmen wie neu entwickelter Motorenhalterung, geschmiedeten Aufhängungselementen und Verschraubungen aus Titan ist der Pagani ein wahrer Leichtfuß: Der Hersteller nennt als Trockengewicht 1.070 Kilogramm, womit der Italiener in etwa auf dem Niveau eines Basis-Polo liegt. Zusammen genommen ergeben diese Werte ein sagenhaft günstiges Leistungsgewicht: Jedes Zonda-R-PS muss gerade mal 1,43 Kilogramm in Bewegung setzen. Zum Vergleich: Im aktuellen BMW M3 Coupé hat jede Pferdestärke mit 3,94 Kilogramm fast drei Mal so viel zu schleppen. Das soll reichen, um den flachen Boliden in 2,7 Sekunden von null auf 100 zu beschleunigen und - bei entsprechendem Aero-Setup - über 350 km/h schnell rennen zu lassen.
2.316 Euro pro PS
Ebenso heftig wie die Performance fällt natürlich auch der Preis des schwarzen Ungetüms aus: Nicht weniger als 1,7 Millionen Euro wollen die Italiener für den Zonda R sehen. Die Kunden dürfte dies aber ebenso wenig stören wie die fehlende Straßenzulassung. Wer sich den Renn-Zonda in die Garage stellen möchte, sollte sich übrigens tunlichst sputen, denn Pagani hat bereits betont, dass es sich um eine limitierte Sonderserie handelt. Wie viele Exemplare genau die heiligen Hallen in Modena verlassen sollen, ist allerdings noch nicht bekannt.

Schöner, teurer Italiener


Bilder zum Vergrößern anklicken
Dank neuem Splitter und Winglets vor den Radhäusern soll die Front noch mehr Abtrieb erzeugen
Hinter den Felgen sitzen 380-Millimeter-Bremsscheiben aus Verbundkeramik
Ein riesiger Diffusor und der verstellbare Flügel pressen das Heck auf den Asphalt
Die charakteristische Vierrohr-Abgasanlage ragt unverkleidet aus dem Heck
Patriot: Der von vorn nach hinten laufende Zierstreifen zeigt die italienischen Nationalfarben
Schwarze Kunst: Die Karosserie des italienischen Beaus besteht komplett aus Kohlefaser
Mit 4.88 Meter ist die Rennversion deutlich länger als der straßenzugelassene Zonda
Im Inneren sorgen FIA-homologierte Rennsitze, ein Käfig und Fünfpunkt-Gurte für Sicherheit
Abgedrehte Idee: Der Drehzahlmesser sitzt im Pralltopf des Lenkrads
Typisch Pagani: Auch der Renn-Zonda glänzt mit wunderschön gearbeiteten Details
Pagani legt eine Race-Version des legendären Zonda auf. Im "R"-Trimm gebietet der Italiener über 750 PS und bis zu 1.500 Kilogramm Downforce
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