Volksnaher Stromer: Nissan zeigt den Leaf

Elektroauto soll ab 2010 nach Europa kommen
Elektroautos sind die Zukunft. Doch noch hapert der Durchbruch der Stromer am hohen Kaufpreis. Das möchte Nissan nun ändern: Der neue Leaf soll zum Preis eines gut ausgestatteten Golf zu haben sein
Yokohama (Japan), 3. August 2009 -

Nissan zeigt seine Idee eines bezahlbaren Elektroautos für jedermann. Der neue Leaf soll Platz für fünf Personen mit einer akzeptablen Reichweite verbinden.

Bezahlbares Elektroauto: Nissan zeigt den Leaf
Bezahlbares Elektroauto: Nissan zeigt den Leaf
Japanischer Saubermann

Der Name Leaf, zu deutsch Blatt, soll den Anspruch auf saubere Mobilität unterstreichen. Optisch erinnert das Fahrzeug an den Tiida, allerdings ist der Leaf speziell an Front und Heck ausgeprägt aerodynamisch geformt. Dadurch soll die Reichweite verlängert werden. Der Hersteller betont, dass der Leaf auf einem völlig neuen Chassis basiert. Auffallend sind die LED-Scheinwerfer und das blaue Innenraumdesign. Als Stromspeicher dienen im Leaf mehrschichtige kompakte Lithium-Ionen-Batterien. In Verbindung mit einem regenerativen Bremssystem soll die Reichweite bei 160 Kilometer liegen. Nach Angaben von Nissan haben Umfragen ergeben, dass diese Reichweite für mehr als 70 Prozent der Kunden weltweit ausreichend ist. Der Elektromotor generiert 80 Kilowatt, umgerechnet rund 109 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 280 Newtonmeter.

Der Computer als Unterstützung

Die Speicherkapazität der Akkus beträgt 24 Kilowattstunden. An Schnellladestationen können die Batterien des Leaf in unter 30 Minuten bis zu 80 Prozent aufgeladen werden, an einer normalen Haushaltssteckdose werden für eine volle Aufladung acht Stunden benötigt. Kombiniert ist der Leaf mit einem speziellen IT-System. Verbunden mit einem Zentralrechner, kann der Fahrer rund um die Uhr Unterstützung erhalten sowie Informationen und Unterhaltung abrufen. Auf einem großen Display im Fahrzeug wird der Speicherstand der Batterie angezeigt oder wahlweise die mit der verbleibenden Energie erreichbaren Stromtankstellen. Eine weitere Funktion betrifft die Vorprogrammierung: Ähnlich wie bei einer Standheizung kann mittels Fernbedienung eingestellt werden, wann die Aufladung beginnen soll, um so etwa einen günstigeren Tarif zu nutzen. Auch wenn der Leaf abgestellt ist, kann man per Handy Ladefunktionen abrufen oder an heißen Tagen die Klimaanlage aktivieren.

Optisch erinnert der Leaf an den Nissan Tiida
Optisch erinnert der Leaf an den Nissan Tiida
Alternative statt Ersatz

Zum Preis wagt Nissan bislang nur die vorsichtige Angabe, dass dieser im Bereich eines gut ausgestatteten herkömmlichen Wagens der Golf-Klasse liegen soll. Damit würde er im Bereich zwischen 25.000 und 30.000 Euro liegen. Zugleich hoffen die Japaner auf lokale bis nationale Steuervergünstigungen und Kaufanreize. Allerdings gibt das Unternehmen zu, dass der Verbrennungsmotor in den kommenden Jahrzehnten weiterhin eine tragende Rolle spielen wird. Der Leaf ist somit eher als Wahlalternative zu sehen, die sich einige Kunden als einziges Auto zulegen werden. Andere Besitzer werden den Leaf eher als Zweit- oder Drittwagen für den Arbeitsweg nehmen, so Nissan. Gemeinsam mit Renault sollen in den nächsten Jahren weitere Elektroautos serienreif entwickelt werden.

Volksnaher Stromer: Nissan zeigt den Leaf


Bilder zum Vergrößern anklicken
Bezahlbares Elektroauto: Nissan zeigt den Leaf
Optisch erinnert der Leaf an den Nissan Tiida
Allerdings ist das Heck auffallend rundlich gestaltet
Die Rückleuchten des Leaf arbeiten mit LED-Technik
Der Dachspoiler und ein Diffusor sollen die Aerodynamik verbessern
Besonders auffallend: Die ausgeprägten hinteren Kotflügel
An der aerodynamischen Frontpartie kommen LED-Scheinwerfer zum Einsatz
Die windschnittige Form des Leaf soll helfen, die Effizienz zu verbessern
Auf dem Display in der Mitte wird die Reichweite des Leaf angezeigt
Gemäßigt futuristisch: Der Innenraum des Elektro-Nissans
Elektroauto soll ab 2010 nach Europa kommen
1 von 2 vor >>